13 Feb. Rückhalt aus der Bevölkerung und politischer Verantwortungslosigkeit
Nachdem wir öffentlich gemacht haben, dass dem Oldenburger Medienarchiv sämtliche Mittel gestrichen wurden, hat uns eine beeindruckende Welle der Solidarität erreicht. Zahlreiche Bürger*innen zeigen sich empört, viele sprechen uns Mut zu und wollen sich aktiv dafür einsetzen, dass das mediale Gedächtnis dieser Stadt nicht ausgelöscht wird. Diese Unterstützung macht deutlich: Das Oldenburger Medienarchiv wird gebraucht.
Zur Einordnung der Fakten:
Werkstattfilm e. V. ist die Dachorganisation der Projekte KinOLaden und Oldenburger Medienarchiv. Der Verein erhält eine institutionelle Förderung in Höhe von 110.000 Euro. Darüber hinaus wurden bislang 50.000 Euro jährlich für das Medienarchiv bereitgestellt – eine vertraglich abgesicherte Förderung über mehrere Jahre hinweg.
Im aktuellen Haushaltsentwurf wurden diese 50.000 Euro durch die Kulturverwaltung und den Oberbürgermeister auf null Euro gesetzt. Damit wird dem Archiv faktisch die Existenzgrundlage entzogen.
In den sozialen Medien hat Oberbürgermeister Krogmann die Verantwortung hierfür dem Rat zugeschoben. Diese Darstellung weist jede eigene Verantwortung von sich und verkennt die Tatsachen: Die Entscheidung, die Mittel im Haushaltsentwurf auf null zu setzen, liegt bei der Verwaltungsspitze. Nicht der Rat hat diese Kürzung initiiert, sondern die Verwaltung.
Für neue Sammlungen wurden zudem zusätzliche Mittel beantragt. Die Behauptung, dieser Antrag sei „zu spät“ eingereicht worden, dient offenbar als formaler Vorwand. Das Ergebnis ist jedoch real: Kulturelle Infrastruktur wird geschwächt, gewachsene Strukturen werden beschädigt und ehrenamtliches Engagement entwertet.
Seit Jahrzehnten muss das Oldenburger Medienarchiv um seine Existenz kämpfen. Es konnte nur dank der Unterstützung aus der Bürgerschaft und durch politische Mehrheiten fortbestehen. Diese permanente Unsicherheit kostet Ressourcen, Kraft und Zeit – Ressourcen, die eigentlich in die kulturelle Arbeit fließen sollten.
Wir sagen klar: Das mediale Gedächtnis dieser Stadt ist keine freiwillige Spielwiese, sondern Teil der öffentlichen kulturellen Verantwortung und Daseinsvorsorge.
Wir werden neue Wege suchen, um unsere Arbeit fortzusetzen. Gleichzeitig erwarten wir eine ehrliche politische Debatte über Verantwortung und Prioritäten.
Wer unsere Arbeit konkret unterstützen möchte, kann Mitglied im Förderverein werden. Schreiben Sie uns dafür an:
foerderverein@werkstattfilm.de