25370
post-template-default,single,single-post,postid-25370,single-format-standard,theme-bridge,bridge-core-3.1.3,woocommerce-no-js,qode-page-transition-enabled,ajax_fade,page_not_loaded,,side_area_uncovered_from_content,columns-3,qode-child-theme-ver-1.0.0,qode-theme-ver-30.2,qode-theme-bridge,qode_header_in_grid,wpb-js-composer js-comp-ver-7.3,vc_responsive

Sie hat am Festungsgraben in Oldenburg gewohnt, aber ihr Zuhause war keine Festung, ihre Türen standen offen für alle, ihr Hauseingang war nicht verschlossen, zu jeder Zeit konnte man kommen, ohne Absprache oder Termin.

Bei ihr im Hause fanden viele Diskussionsrunden statt.

Rosi hat den Entwicklungsprozess von Werkstattfilm über die letzten 30 Jahre begleitet und den Verein tatkräftig unterstützt wo sie nur konnte. Sie war auch bei der konstituierenden Sitzung von Werkstattfilm dabei.

Rosi war insbesondere gesellschaftlich und politisch sehr interessiert und beteiligte sich aktiv, unter anderem bei dem 3. Weltladen, damals in der Auguststraße und setzte sich während des 1. Golfkrieges für Frieden in der Region ein, für den politischen Kampf in Nicaragua, sie war immer dabei. Sie hatte auch eine besondere Liebe zu Kunst und Kultur. Sie begeisterte sich für viele Künste und Kulturen, von russischer und iranisch-kurdischer bis zu lateinamerikanischer.  

In den 90er Jahren führte Rosi ehrenamtlich eine Art „Kunstvermittlungsagentur“. Sie ermöglichte vielen Künstler:innen aus der ganzen Welt, insbesondere Emigrant:innen und Exilant:innen, ihre Werke in Oldenburg auszustellen, und ihre Haus diente als deren Zuhause. Dies war kein Zufall, sie selbst war ein Kind der Flucht und in Oldenburg fremd.

Rosemarie war ein vielseitiger Mensch. Sie wird uns immer in Erinnerung bleiben.

Ein Nachruf auf Rosemarie Jüngehülsing (Gründungsmitglied von Werkstattfilm 1992)

08.05.1933 – 19.02.2023