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Tabiate
Bijan Iran 1974, R und B: Sohrab
Shahid.Saless In ländlich abgeschiedener Einsamkeit lebt ein alter Bahnwärter ein einförmiges, aber anscheinend nicht unzufriedenes, äußerst bescheidenes Leben. Während er für die wenigen Züge ruhig, ohne jegliche Hast und zuverlässig, die Schranken öffnet und schließt, er hat sein Leben lang nichts anderes getan, hockt seine Frau im ärmlichen Haus vor einem Webrahmen und knüpft Teppiche, die ihnen dann Händler für geringen Lohn abnehmen. Sie brauchen das Geld als Zuverdienst. Die Frau kocht das Essen. Die beiden Alten speisen zusammen. Sie reden nicht viel,
Saless erlaubt der Kamera keine Fahrten und Schwenks, keine Effekte. Er erzählt in langen Einstellungen, in denen sich die Menschen langsam, bedachtsam und müde, bewegen. Ein Leben in ausgetretenen Pfaden. Nature morte — ein Stilleben über das Altsein, ein fast sprachloses Endspiel. Ein Film für sensible, empfindsame Zuschauer, die noch nicht abgestumpft sind. Leute, die im Kino ihre eigene innere Leere von Aktionen übertonen lassen, werden ihn langweilig finden, weil sie taub für das Leise sind, blind für Gesichter und Landschaften. [Kurt Habemoll, Berlinale-Zeitung 1974] Zur letzten Einstellung von Stilleben Mr. Saless, do you want to read your poem? - Yes. Do you remember the lines? Yes. Will you please recite it? Suddenly I was old Suddenly I was old [Saless im Interview mit Mehmaz Saceed Vafa, 1998] Seitenerstellung: Bernd Poch Verantwortlich: Ali Farschid Zahedi Iran, Filmemacher, Saless, Kino, Oldenburg, Melbeck, Oldenburg, Werkstattfilm
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