|
"Hier gibt es viel zu entdecken"
Minister Stratmann informiert sich bei "werkstattfilm" Auf Einladung des Vereins kam am 30. Juni 2005 der niedersächsische Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) in unsere Räumlichkeiten, um sich vor Ort über die Aktivitäten des Vereins zu informieren. Ziel des Vereins war es, nicht nur einen Überblick über die vielfältigen Projekte zu geben, sondern auch das Archiv hervorzuheben. In ihm werden für die Stadtgeschichte wertvolle Filme, Dias und Fotos aufbewahrt und auch digitalisiert. In diesem Zusammenhang kamen natürlich auch räumliche und finanzielle Problematiken zur Sprache. Die Arbeit bei Werkstattfilm - man kann es nicht oft genug wiederholen - wird von gemeinnütziger, unentgeltlicher Arbeit der Mitglieder getragen, was auch hier wiederum erstaunt registriert wurde. Der Verein hatte nie bedeutende Geldmittel zur Verfügung (wie z.B. derzeit die Jahrhundertschritt- Projekte), muss aber z.B. bei Besucherzahlen der Ausstellungen keinen Vergleich scheuen.
Ferner konnten sich der Minister und die anwesenden PressevertreterInnen von der Enge der Räumlichkeiten überzeugen. Büro, Archiv, Schnittplätze, Besucherecke, alles findet hier in sehr überschaubaren Räumen Platz. Es war deshalb ein Anliegen, an dieser Stelle über die recht zähen Verhandlungen mit der Stadt über geeignete und bezahlbare Räumlichkeiten, die sich genau genommen schon über fünf Jahre hinziehen, Bericht zu erstatten. Anwesend beim Ministerbesuch waren neben Mitarbeitern des Vereins auch der Kinovorführer Günther Loof und der Sohn des Fotografen Gustav Tahl, Friedel Tahl aus Winschoten in Holland. Gustav Tahl war in den 20er und 30er Jahren Fotograf und Filmemacher in Oldenburg und musste vor den Nazis fliehen. Günther Loof und Friedel Tahl sind dem Verein und seinem Vorsitzenden Ali Zahedi seit gemeinsamen Projekten freundschaftlich verbunden und wollten dies durch ihren Anwesenheit bekunden.
Der Minister zeigte sich beeindruckt von der Breite der Aktivitäten des Vereins, konnte aber natürlich keinerlei finanziellen Zusagen machen, was auch niemand erwarten durfte. Auf lange Sicht erhofft sich der Verein, auf sich aufmerksam gemacht zu haben und bei größeren Projekten, bei denen etablierte Institutionen wie selbstverständlich eingebunden werden, auch angemessen Berücksichtigung zu finden. - Zum Anhören oder Downloaden: Interview mit Lutz Stratmann (mp3, 4,7 MB) - NWZ- Artikel vom 1.7.2005 - Artikel in der "Oldenburger Sonntagszeitung", 3.7.2005
NWZ, 1. Juli 2005 (STADT OLDENBURG, S. 29) Oldenburgs Geschichte aufgerollt werkstattfilm Minister Lutz Stratmann besucht die Räume des Vereins
Der Verein würde gern umziehen. Allerdings fehlen derzeit noch geeignete Räume.' VON SABINE SCHICKE OLDENBURG - Oldenburgs Vergangenheit schlummert hier auf Zelluloid: Im zweiten Stock des Hauses Staustraße 18, wo der Verein Werkstattfilm Filmrollen und 20000 Dias stapelt. Gestern besuchte Kulturminister Lutz Stratmann das Büro, in dem auch riesige Projektoren Kinogeschichte erzählen. Vorsitzender Ali Zahedi erläuterte ihm die Arbeit des Digitalisierens und Bewahrens der jüngeren Vergangenheit. Der Besuch des Ministers hatte gleich zwei Gründe: Zum einen der Wunsch des Vereins nach finanzieller Unterstützung, zum anderen der Besuch des niederländischen Fotografen Friedel Tahl, der Werkstattfilm das fotografische Vermächtnis seines Vaters schenkte.
Konkrete finanzielle Unterstützung allerdings konnte Stratmann dem Verein Werkstattfilm nicht zusagen. „Ich bin froh, wenn ich den laufenden Verpflichtungen nachkommen kann." Er verwies auf Landes- und Unternehmensstiftungen. In dem Verein engagieren sich mehr als acht ehrenamtliche Mitarbeiter. Von der Stadt bekommt Werkstattfilm nach Mitteilung von Zahedi jährlich 3000 Euro Zuschuss. „Das reicht nicht einmal für die Miete." Den Rest erwirtschafte man mit Filmen, DVD, Büchern und mehr. Zahedi möchte umziehen, damit alles, was in Garagen eingelagert ist, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Am liebsten in das städtische Gebäude an der Wallstraße. Doch das ist nach Mitteilung von Stadtsprecherin Christiane Maaß derzeit kein Thema. „Die Stadt verhandelt mit der Polizei.". @ Mehr Informationen unter www.werkstattfilm.de Oldenburger Sonntagszeitung, 3.7.2005 Filmer suchen neue Werkstatt
Verein sieht seine Arbeit
gefährdet - Oldenburg. Eine dauerhafte Ausstellungsmöglichkeit in. der Stadt und eine finanzielle Perspektive, die die Arbeit in den nächsten Jahren sichert -zwei Wünsche, die der Olden-burger Filmemacher Färschid Ali Zahedi gegenüber Kulturminister Lutz Stratmann formulierte, als der am Donnerstag die Räume des Vereins Werkstattfilm in der Staustraße besuchte. Der Verein unter dem Vorsitz Zahedis hat sich seit seiner Gründung 1993 gesellschaftlichen Themen, vor allem aus der Stadtgeschichte Oldenburgs, verschrieben und sie filmisch und fotografisch aufbereitet. Werkstattfilm trägt sich durch eine Mischfinanzierung bestehend aus einem Zuschuss der Stadt, Einnahmen und Sponsorengeldern. Die acht Mitarbeiter sind ehrenamtlich tätig.
„Wir können so in den nächsten
Jahren nicht weiterexistieren und sind darauf angewiesen, uns besser in
der Öffentlichkeit zu präsentieren, zum Beispiel durch Ausstellungen
oder Filmvorführungen", sagte Zahedi. „Mit Blick in die leeren Kassen
kann ich Ihnen kein Geld vom Land zusagen", antwortete Stratmann und
regte an, sich in Eigeninitiative neue Einnahmequellen und Fördermittel
zu erschließen. Die Stadt, so Zahedi, habe bereits ihre Bereitschaft
signalisiert, Räume zur Verfügung zu stellen. Der bisherige Standort an
der Staustraße sei für das umfangreiche Archiv zu klein und eigne sich
nicht für Ausstellungen. Mit mehr als 50 Filmen und 20 000 Fotos ist es eine interessante Fundgrube zu Themen der Stadtgeschichte. Seit Donnerstag wird das Archiv durch 100 Bilder des Fotografen und Filmemachers Gustav Alexander Tahl bereichert, der bis 1935 in Oldenburg lebte und als Jude die Stadt während der Nazizeit verlassen musste. Er emigrierte mit seiner Familie ins niederländische Windschoten. „Ich habe die Bilder meines Vaters von Papier auf Großformat reproduziert", beschreibt sein Sohn Friedel, selbst Fotograf, der aus Windschoten angereist war, um die Aufnahmen aus Oldenburg zu übergeben. Ziel sei es, die Zeugnisse und Dokumente aus damaliger Zeit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. |