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Filmreihe, Diaschau und
Stadtspaziergang
Unsere Geschichte Unsere
Erinnerung
Ein Stück
Oldenburger Geschichte
Im Mai 1945 endete der Zweite
Weltkrieg. Diese Zäsur in der deutschen Geschichte jährt sich 2005 zum
sechzigsten Mal.
Werkstattfilm e.V. führt nun
eine Veranstaltungsreihe durch, in der über die Zeit vor und nach der
Befreiung in Oldenburg informiert wird. Dabei kann der Verein auf eine
langjährige Erfahrung im Bereich der Recherche zur NS- Zeit in Oldenburg
und verweisen.
So hat Werkstattfilm im Jahr
2001 die Ausstellung Ein offenes Geheimnis – „Arisierung in
Alltag und Wirtschaft in Oldenburg zwischen 1933 und 1945“
organisiert. Mit rund 3000 Besuchern, darunter 100 Schulgruppen, stieß
dieses Projekt auf ein breites Interesse in der Bevölkerung und macht
deutlich, wie groß der Wunsch nach einer Aufarbeitung dieser Geschehnisse
ist. Werkstattfilm wurde dafür 2004 mit dem Innovationspreis des
niedersächsischen Bundes für freie Erwachsenenbildung e.V.
ausgezeichnet.
Mit Hilfe visueller Medien
(Film, Video, Foto, Dia) soll auch zukünftig ein Beitrag zum
gesellschaftlichen Diskurs geleistet werden.
Wir bitten Sie darum, Ihren
Bekannten, Verwandten und Freunden, den Besuch unserer Veranstaltungen zu
empfehlen und hoffen auf eine große Resonanz.
Die Einzelpreise betragen 5
Euro, ermäßigt 3 Euro. Eine Dauerkarte für alle Veranstaltungen kostet 25
Euro.
Montag 02. Mai 2005 20:00
Mittwoch, 04. Mai 2005 20:00
Enthüllung
eines Geheimnisses
Jan vom Damm
Montag, 09. Mai 2005
20:00
„Bilder als
Erinnerung – Erinnerung an Bilder“
Mittwoch, 11. Mai 2005
20:00
Film: Oldenburger
berichten über ihre Stadt vor und nach dem Zweiten Weltkrieg
Sonntag, 15. Mai 2005 15:00
Stadtspaziergang
Montag 02. Mai 2005 20:00
Premiere
Ein Herz und
zwei Seelen
Ein Film von Dariusz Rymek
und Agnes Niedbal,
30 min. Farbe, Deutschland
2004
Die ersten Sinti und Roma, die
ursprünglich aus Nordindien stammten, wanderten im Spätmittelalter über
Persien und den Balkan in das Gebiet der heutigen Bundesrepublik
Deutschland ein. Im Nationalsozialismus wurden die Sinti und Roma vom
Regime verfolgt und in den Konzentrationslagern zu Tausenden ermordet.

Die wenigen
Überlebenden des Holocaust mussten, als sie 1945 in ihre Heimatorte
zurückkamen, feststellen, dass sie auch weiterhin von der Gesellschaft
ausgeschlossen waren.
Auch wurden sie
Jahrzehnte lang von der „Wiedergutmachung“ in Form von Haftentschädigungen
sowie Entschädigungen für ihren geraubten Besitz ausgeschlossen.
In den 50er Jahren
versuchten die Behörden, den durch die Nazis zu Staatenlosen degradierten
Sinti und Roma, die materiellen Grundlagen ihrer Existenz, die Ausübung
des Reisegewerbes, zu entziehen.
Der Dokumentarfilm
zeigt, dass diese deutschen Bevölkerungsgruppe noch heute diskriminiert
ist. Es kommen verschiedene Personen zu Wort, die über den Konflikt
zwischen der sogenannten Außenwelt und dem Leben innerhalb der Familie
berichten.
Im Anschluss:
Verlorene Zeit
Geschichte der Zwangsarbeit
1939 – 1945 in der Stadt Oldenburg und der Region
Ein Film von Farschid Ali Zahedi,
60 min. Farbe, Deutschland 1995
Während
des 2. Weltkriegs war Oldenburg zweitgrößte Garnisonsstadt des Deutschen
Reiches, wichtige Verwaltungsstadt und Verkehrsknotenpunkt für Eisenbahn
und Schiffe, aber auch Industriestadt mit einem Netz von über 50 Lagern
für ausländische ZwangsarbeiterInnen. Nach einer Erfassung der
Staatspolizei Bremen vom 21. April 1944 lebten zu dem Zeitpunkt in der
Region Oldenburg 98.516 „Zwangsverpflichtete“, davon 27.686 Frauen und 470
Kinder.
Der Film versucht einen
Überblick über deren Geschichte und Situation zu vermitteln. Auf der einen
Seite soll mit Hilfe von Akten, Dokumenten und Dreharbeiten an den
Schauplätzen die Situation in ihrer Gesamtheit geschildert werden, auf der
anderen Seite mit Berichten von noch
lebenden
Zeitzeugen und betroffenen
ZwangsarbeiterInnen deren individuelles Schicksal gezeigt werden. Der Film
stellt einen wichtigen Beitrag in der Geschichte der Befreiung der Stadt
Oldenburgs vom Faschismus dar und versucht einen bisher zumeist
verdrängten Teil in den 650 Jahren Oldenburger Stadtgeschichte ins
Bewusstsein zu rufen

Mittwoch, 04. Mai 2005 20:00
Enthüllung eines
Geheimnisses
Ein Film von Farschid Ali
Zahedi,
35 min. Farbe, BRD 1999
Englisch mit deutschen Untertiteln
Der
Dokumentarfilm erzählt von der zweiten jüdischen Generation nach dem
Holocaust. Die Begegnung des Regisseurs mit Martin Goldschmidt, dem
Enkelsohn eines ehemaligen KZ-Häftlings aus Oldenburg, steht im
Mittelpunkt des Films. Martin Goldschmidt erzählt über die Spurensuche
seiner Familiengeschichte. Die Kinder und Enkel der jüdischen Bürger haben
Deutschland meist schweigend den Rücken gekehrt. Der Film von Farschid Ali
Zahedi ist im Rahmen des Projekts über den wirtschaftlichen Boykott und
die Enteignung jüdischen Eigentums entstanden. Er wirft die Frage auf, wer
die Nutznießer der „Arisierung“ waren und ist ein Beitrag zu einer in
Deutschland heute noch unbeliebten Debatte um die Eigentumsrechte an
jüdischem Vermögen.
Im Anschluss:
Jan vom Damm
Ein Film von Farschid Ali
Zahedi,
32 min. BRD 2001
Wenn
Jan Lawrence Lazarus erzählt, zeihen er und seine Geschichten die
Zuschauer gleichermaßen in den Bann. Unter glücklichen Umständen, Lawrence
nennt sie „Massel“, konnte der 16-jährige Oldenburger 1938 nach England
emigrieren. Als britischer Soldat kam er einige Jahre später nach
Oldenburg zurück.
Der Dokumentarfilm des
Regisseurs Farschid Ali Zahedi erzählt rückblickend von persönlichen
Erlebnissen und den Wegen, die die Geschichte für Jan vom Damm bereit
hielt, Ohne Bitterkeit wird hier die Zeit seiner Jugend und die Zeit nach
seiner Rückkehr erinnert. Der Dokumentarfilm eröffnet unterschiedliche
Perspektiven eines Menschen auf seine Heimatstadt und zeigt die Mentalität
in Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus und in der
Nachkriegsepoche.

Montag, 09. Mai 2005
20:00
Diaschau
„Bilder als Erinnerung – Erinnerung
an Bilder“
Die
Diaschau „Bilder als Erinnerung – Erinnerung an Bilder“ ist die
künstlerische Umsetzung des Themas „Arisierung in Oldenburg“. Die Diaschau
dokumentiert das Ergebnis von Diaprojektionen an Oldenburger Plätzen und
Gebäuden, die mit dem jüdischen Leben in Oldenburg in Verbindung stehen.
Es wurden Motive jüdische Familien und Einzelpersonen auf die Häuser
projiziert, in denen diese ehemals lebten oder deren Eigentum sie waren.
Die Diaprojektionen sollten die
verschütteten Dimensionen verschiedener Orte erhellen – nicht dauerhaft,
sondern als flüchtiges Bild, das sich im Kopf der Passanten festsetzt.
Für alle, die nicht zufällig
Beobachter der Projektionen im Oldenburger Stadtraum wurden, gibt die
Diaschau einen guten Eindruck von diesem Projekt und ist zugleich eine
Erinnerung an die verfolgten jüdischen Bewohner Oldenburgs.

Dienstag, 10. Mai 2005 20:00
Der Photograph
und Dokumentarfilmer Gustav Alexander Tahl
An
diesem Abend wird der Photograph und Dokumentarfilmer Gustav Alexander
Tahl vorgestellt, der 1936 aufgrund seiner jüdischen Herkunft Oldenburg
verlassen musste. Es werden Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm „Lebendige
Photographie in Oldenburg“ gezeigt, sowie eine Diaschau mit
photographischen Werken von Gustav Alexander Tahl.
Das gesammelte Foto- und
Filmmaterial ist und bleibt von unschätzbarem Wert für unsere Stadt
Oldenburg und die Region.

Mittwoch, 11. Mai 2005
20:00
Film: Oldenburger
berichten über ihre Stadt vor und nach dem Zweiten Weltkrieg
Für diesen Abend wurden aus dem
umfangreichen Archiv von Werkstattfilm verschiedene Zeitzeugenberichte
zusammengestellt, um eine möglichst vielfältige Bandbreite der Erfahrungen
zu erreichen. Dabei handelt es sich größtenteils um bisher
unveröffentlichtes Material, in dem Oldenburger/innen über die Zeit vor
und nach der Befreiung berichten.
Somit ist eine Collage
entstanden, aus unterschiedlichen Wahrnehmungen und Perspektiven.

Sonntag, 15. Mai 2005 15:00
Stadtspaziergang
Zur Spurensuche ehemaliger
jüdischer Häuser
und Geschäfte in Oldenburg
In mehreren Stadtrundgängen
sollen die Orte ehemaligen jüdischen Lebens in Oldenburg wieder sichtbar
gemacht werden. Dabei wird insbesondere auf Geschäfte und Häuser
hingewiesen, die ehemals in jüdischem Besitz waren oder in denen jüdisches
Leben stattfand.
Gleichzeitig soll exemplarisch
die Geschichte einiger jüdischer Familien in Oldenburg anhand von
Dokumenten und Fotographien erzählt werden.
Bei dem Rundgang wird auch auf
das Leben der osteuropäischen Juden in Oldenburg eingegangen, die kurz vor
dem Pogrom des 11. Novembers aus Oldenburg abgeschoben wurden.
Für die Teilnahme an dem
Rundgang bitten wir aufgrund organisatorischer Vorbereitungen um eine
Anmeldung. Auch für interessierte Schulklassen oder andere
Bildungseinrichtungen bieten wir Extratermine an. Eine Broschüre zu den
Stadtspaziergängen ist bei Werkstattfilm e.V., Staustraße 18, erhältlich.
Telefonische Anmeldung
unter: 0441-12180
e-mail:
info@werkstattfilm.de

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